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Die Politik verstößt gegen ihre eigenen Gesetze


Pressemitteilung vom 26.082021

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald nimmt zur Aufnahme der Südanbindung Darmstadts Stellung


Die Visualisierung der Südanbindung Darmstadts an das ICE-Netz zeigt die Unverhältnismäßigkeit dieses Eingriffes in den geplanten Bannwald Darmstadts. Beiderseits der parallel zur Eschollbrücker Straße geplanten eingleisigen Bahnstrecke wird ein waldfreier Schutzstreifen geschlagen, der die Intensität des Schieneneingriffs vervierfacht. Damit wird zugleich gegen das Minimierungsgebot und das Raumordnungsgesetz verstoßen, denn die sogenannte Bündelung von Trassen wird hier zur Zerschneidung von Waldgebieten und Abriegelung eines wichtigen Erholungs- und Klimaschutzwaldes.
Der Eingriff ist auch vom Kosten-Nutzenverhältnis unverhältnismäßig, denn die wenigen ICE-Züge auf dem Darmstadt-Bypass mit aufwendigen Schutz- und Tunnelbauten sind unwirtschaftlich und vermeidbar. Die Anbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs an den Hessenexpress zwischen Mannheim und dem Flughafen und das Bestandsschienennetz Frankfurt-Heidelberg sind bereits Potentiale, die diesen unnötigen und krassen Eingriff in Natur und Landschaft nachgerade verbieten.
Der grüne Minister Al-Wazir und der grüne Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch vermitteln den Eindruck, dass es zwei Sorten Klimaschutz gäbe, den einen, der mittels der bisher kaum ernsthaft betriebenen Verkehrswende Verkehre auf die Schiene verlagert und den anderen, der aus dem Schutz der Umwelt und des Klimas wichtige natürliche Schutzgüter umfasst. Bei der „fortschrittsorientierten“ Abwägung wird dann politisch zugunsten des Schienenverkehrs und zu Lasten der Umwelt abgewogen.
Nach der Europäischen Umweltrichtlinie und dem daraus entstandenen Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) ist aber zwingend und vorgreiflich zu solchen Entscheidungen eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen, die in dem Entscheidungsprozess zu berücksich-tigen ist, das sog. Berücksichtigungsgebot der UVP.
Weder der Bundesverkehrswegeplan, die Politik und die Bundesregierung noch die an dieses Gesetz gebundene Deutsche Bahn AG haben hier das UVPG entsprechend angewendet. Die Bahn hat sogar die Bestimmung ihrer sog. Vorzugstrasse ohne Vorliegen einer Umweltverträglichkeitsprüfung abgeschlossen. Jeder Politiker, der diese „Top-Priorisierung „ (Al-Wasir) begrüßt und das Ergebnis als ein Klimaschutzziel darstellt, vergreift sich am Schutzbedürfnis des klimatisch bereits hoch vorbelasteten Rhein-Main-Gebietes.
An das Urteil des Darmstädter Forstamtleiters Hartmut Müller zur Verkündung der Vorzugsvariante der DB sei erinnert „schlimmer geht es nicht“. Das wird die ausstehende Umweltverträg-lichkeitsprüfung beim Planfeststellungsverfahren noch bestätigen. Für die Darmstädter Politik wird der geplante und von ihr geforderte Bannwald bereits Dispositionsmasse, ehe er ausgewiesen worden ist. Das ist grüne Politik in Hessen, so der Landesvorsitzende Bernhard Klug.

Download pdf: PM der SDW SDW Stellungnahme ICE-NBS Darmstadt 26.08.2021.pdf

Weitere Informationen erhalten Sie von
Prof. Dr. Arnulf Rosenstock
Telefon: 01 77-32 28 917

Christoph von Eisenhart Rothe (Landesgeschäftsführer)
Telefon: 01 75-20 74 540
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Hessen e.V.

26.08.2021

Landesregierung gibt Natur- und Artenschutz vogelfrei!


Erleichtert die Landesregierung das Töten von Fledermäusen, Schwarzstörchen und Rotmilanen in Windenergie-Vorranggebieten?

Mit großem Interesse hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) – Landesverband Hessen die Presseverlautbarungen vom Umweltministerin Priska Hinz und Wirtschaftsminister Tarek Al Wazir verfolgt, in denen das neue „landesweite“ Hilfsprogramm für windkraftsensible Vogel- und Fledermausarten vorgestellt wurde. Die SDW begrüßt wirksame Artenschutzmaßnahmen im Wald, jedoch vertritt sie weiterhin die Auffassung, dass Wälder auf Grund ihrer hohen ökologischen Wertigkeit und Artenfülle nicht als Standorte für Windkraftanlagen geeignet sind. „Jede Windkraftanlage im Wald reißt große Rodungsflächen und breite Schneisen, die das Ökosystem Wald bis tief in die umliegenden Waldbestände hinein negativ beeinflussen,“ weist Landesvorsitzender Bernhard Klug hin. „Zudem können Ersatzaufforstungen, die teilweise gar nicht vorgenommen werden sondern in Ersatzzahlungen abgegolten werden, nie die auf alten Waldstandorten gerodeten Wälder ersetzen“. Die SDW steht hinter der Energiewende, sieht aber die Notwendigkeit gerade in Zeiten des Klimawandels den Wald stärker zu schützen. Aus Sicht des anerkannten Naturschutzverbandes sollten daher Windkraftanlagen vor allem auf waldfreien Standorten errichtet werden.

Die SDW sieht in den Bemühungen der beiden Ministerien eine Reaktion auf zahlreiche erfolgreiche Klagen gegen den Bau von Windkraftanlagen, bei denen fast immer die Missachtung des Artenschutzes ausschlaggebend war. Zuletzt hatte das höchste hessische Verwaltungsgericht der VGH in Kassel in einer Klage der SDW die am 1. Januar diesen Jahres in Kraft gesetzte Verwaltungsvorschrift Naturschutz/Windenergie 2020 für rechtlich nicht relevant erklärt, was in Fachkreisen als eine schallende Ohrfeige gegen das Umweltministerium gewertet wurde. (siehe hier https://sdwhessen.de/site/assets/files/1173/20210117_pm_sdw_ks02.pdf)

Ob die heute vorgestellten Bemühungen der Landesregierung zur Beilegung von Klagen gegen Windkraftanlagen Erfolg haben werden, wird von der SDW bezweifelt. Die genannten Maßnahmen gelten nämlich nur außerhalb von Windenergievorrangflächen. „Damit sagt die Landesregierung, dass auf zwei Prozent der Landesfläche kein Natur- und Artenschutz mehr betrieben wird, so Bernhard Klug. „Das ist ein rechtlich einmaliger Vorgang der seinesgleichen sucht. Hier wird Artenschutz mit zweierlei Maß betreiben. Ist denn ein brütendes Rotmilanpärchen oder eine Mopsfledermaus mit Jungtieren in ihrer Wochenstube, nur weil es in einem Windvorranggebiet lebt, von geringerer Bedeutung und werden diese EU-weit geschützten Arten nun - wie einst im Mittelalter Martin Luther - für vogelfrei erklärt?“ fragt der Landesvorsitzende. „Hier wird Naturschutzrecht außer Kraft gesetzt!“

Die SDW rät daher, die Kulisse der Windvorranggebiete anhand des Vorkommens von windkraftsensiblen Arten zu überarbeiten. „Wo eine derartige Fledermaus- oder Vogelart vorkommt, sollte die Planung von Windkraftanlagen grundsätzlich ausgeschlossen werden. Wir müssen erst nachsehen wo welche Arten vorkommen und können dann erst den Bau von derartigen Anlagen außerhalb des Waldes planen“, erklärt Landesvorsitzender Bernhard Klug den Lösungsweg der SDW Hessen. „Das erfordert aber auch, dass diese Karte der Vorranggebiete ständig überarbeitet und flexibel gehandhabt werden muss, bis die Planung umgesetzt ist. Ist eine Windkraftanlage erstmal errichtet, ist es relativ unwahrscheinlich, dass sich die genannten Arten dort ansiedeln.“

Download pdf: Bester Artenschutz wären keine WEA im Wald

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Christoph von Eisenhart Rothe
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21.05.2021

21.04.21 SDW: Steinbrucherweiterung steht gegen Klima- und Artenschutzziele Naturschutzvereinigung sieht keinen Grund den Schutzwaldstatus aufzuheben


Mit der öffentlichen Anhörung zum Planfeststellungsverfahrens zur Erweiterung des Steinbruchs der Firma RÖHRIGgranit GmbH in Heppenheim-Sonderbach geht der Kampf um insgesamt über 62.000 Quadratmeter Wald für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) in die nächste Runde. Dabei ist weiter offen, ob überhaupt die rechtlichen Bedingungen für die Einleitung dieses Verfahrensschrittes gegeben sind, denn die SDW hat vor gut einem Jahr Klage gegen den raumordnerischen Entscheid zur Erweiterung des Steinbruchs eingelegt. Die SDW wollte schon damals mit der Klage die Zerstörung einer zum UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald gehörenden bewaldeten Landschaft und den Verlust des Naturdenkmals „Kleines Felsenmeer“ verhindern. Bisher wurde das Verfahren vom Verwaltungsgericht Darmstadt nicht beschieden und es gibt derzeit keinerlei Hinweise, dass in Kürze geurteilt wird.

„Es ist absolut unverständlich, wie in Zeiten des rasch fortschreitenden Klimawandels und einem deutschlandweitem Waldsterben (277.000 Hektar Kahlfläche aktuell, gemäß Bundeslandwirtschaftsministerium) ein derartiges Projekt überhaupt vorangetrieben werden kann“, äußert sich Bernhard Klug, Landesvorsitzender der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Hessen. Nach Berechnungen der anerkannten Naturschutzvereinigung SDW entzieht der zur unwiederbringlichen Zerstörung vorgesehene Waldbestand der Atmosphäre alleine 80-90 Tonnen Kohlenstoff im Jahr. Über 4.000 Tonnen Kohlenstoff sind nach überschlägigen Schätzungen im Baumbestand und Boden des betroffenen Schutzwaldes aktuell gespeichert.

Der Wald wurde 1995 als Schutzwald nach dem hessischen Waldgesetz ausgewiesen, weil er kein gewöhnlicher Wald ist sondern eine besonders hohe gesellschaftliche Bedeutung hat. So heißt es in § 13 des Hessischen Waldgesetzes: „Die Erklärung zu Schutzwald kommt insbesondere in Betracht, wenn der Wald in seinem Bestand und seiner äußeren Abgrenzung erhalten werden muss und ihm besondere Bedeutung für das Klima, den Wasserhaushalt, den Bodenschutz, den Sichtschutz, den Lärmschutz oder die Luftreinigung zukommt. Die Erklärung zu Schutzwald kann ganz oder teilweise aufgehoben werden, soweit dies im überwiegenden öffentlichen Interesse erforderlich ist“. „In heutigen Zeiten ist es von überwiegendem öffentlichen Interesse den durch den Klimawandel bedrohten Wald zu schützen und zu erhalten,“ erklärt Bernhard Klug. „Ein derartiges Abbauvorhaben steht im diametralen Gegensatz zu den Klimaschutzzielen und die Einhaltung des 1,5 Grad-Zieles von Paris, weil nicht nur der klimaschützende Wald zerstört wird, sondern weil der Basalt ganz überwiegend für den Straßenbau und hunderte Kilometer Autobahnbau - wie durch den Dannenröder Wald - genutzt wird“, er-gänzt Christoph von Eisenhart Rothe, Landesgeschäftsführer der SDW Hessen.

Zerstört wird mit dem Vorhaben auch ein wesentlicher Teil des EU-Vogelschutzgebietes „Felswände des Vorderen Odenwaldes“. Grund der Schutzgebietsausweisung ist das Brutvorkommen des Uhus, der genau in der Felswand brütet, die für die Erweiterung weggesprengt werden muss. „Es ist zwar beabsichtigt, dass dieser Brutplatz verlagert wird, doch es ist ungewiss ob der Uhu diese Umsiedlung überhaupt annimmt. Diesbezüglich sind die Erfahrungen sehr unterschiedlich und es kam schon oft genug vor, dass Wildtiere, und vor allem Greifvögel wie der Uhu, derartige Maßnahmen nicht akzeptierten“, erläutert Bernhard Klug. „Derzeit gibt es noch keine Aussage der Europäischen Union, wie sie zu der teilweisen Zerstörung dieses Vogelschutzgebietes steht“.

Welche große Bedeutung auch der Wald an der Juhöhe für den Artenschutz hat, zeigen die ersten fachlichen Gutachten, die im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens vorgelegt wurden. Es handelt sich um wertvolle Buchenwälder verschiedener Ausprägung des Hainsimsenbuchenwaldes auf den Kuppenlagen hin zu Waldmeisterbuchenwäldern auf den Lössstandorten in den Tälern mit artenreicher Begleitvegetation. Sowohl das von der SDW beauftragte Bestandsgutachten für die dort vorkommenden Vogelarten wie auch der Gutachter der Firma Röhrig dokumentieren eine enorme Artenfülle und das Vorkommen vieler äußerst seltener Vogelarten wie Wanderfalke, Waldschnepfe, Grauspecht, Hohltaube, Waldohreule und Schwarzspecht. Gutachter haben zudem 15 verschiedene Fledermausarten im dortigen Waldbereich festgestellt wovon acht Arten gemäß der Roten Liste für Hessen vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet sind. Viele dieser Arten kommen vor allem in sehr alten Wäldern vor, weshalb ihnen eine Ersatzaufforstung keinen Ersatzlebensraum bieten kann. „Die Zerstörung dieses - durch die Schutzwaldausweisung bestätigten – hochwertigen und alten Waldes befeuert das Artensterben,“ meint Bernhard Klug. “Es ist für uns unverständlich wie eine dafür zuständige grüne Umweltministerin und eine grüne Regierungspräsidentin einer derartigen Planung - die sich brutal gegen Klima- und Artenschutz richtet – nicht Einhalt gebieten“.

Hintergrundinformationen:
https://sdwhessen.de/uber-uns/positionen/resolution-gegen-aufhebung-schutzwald/
https://rp-darmstadt.hessen.de/19042021-r%C3%B6hriggranit-gmbh-heppenheim-erweiterung-des-steinbruchs

Weitere Informationen erhalten Sie von
Christoph von Eisenhart Rothe (Landesgeschäftsführer)
Telefon: 01 75 - 20 74 540
Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Hessen e.V.

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21.04.2021

Presseerklärung der SDW Hessen zum Genehmigungsverfahren „Windpark Wotan“

Verwaltungsgerichtshof verfügt Baustopp für Windpark Wotan

Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Hessen e.V., mit ihrem Rechtsbeistand Prof. Dr. Martin Gellermann und der Bürgerinitiative Oberweser Bramwald e.V. hat dazu geführt, dass der Bau von drei Windkraftanlagen im „Windpark Wotan“ KS 02 bei Langenthal zum Stillstand gekommen ist.

Mit Beschluss vom 14.Januar 2021 hat der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) dem Antrag der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Hessen e.V. (SDW Hessen) auf Gewährung des einstweiligen Rechtsschutzes stattgegeben, nachdem er bereits 2020 die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil des Verwaltungsgerichts Kassel zugelassen hatte. Das VG Kassel hatte im Februar 2020 die Klage des Umweltverbandes gegen die Errichtung und den Betrieb von drei Windenergieanlagen (WEA) innerhalb eines im Teilregionalplan Energie Nordhessenausgewiesenen Windvorranggebietes (KS 02) abgelehnt. Dies, obwohl das Gebiet direkt an das zum Naturschutzgebiet (NSG)„Buchenwälder zwischen Mühlenberg und Hasselburg“ erklärte nordrhein-westfälische FFH-Gebiet DE-4322-304 „Wälder bei Beverungen“ angrenzt.

Der VGH hat somit die aufschiebende Wirkung der Klage der SDW Hessen vom 19. Oktober 2017 gegen den der erteilten Genehmigungsbescheid wiederhergestellt, was quasi einem Baustopp für die bereits begonnenen Baumaßnahmen der drei Windenergieanlagen gleichkommt.
Seine Entscheidung stützt der 9. Senat des VGH Kassel maßgeblich darauf, dass die beklagte Genehmigung einer Überprüfung am Maßstab des unionsbasierten Habitatschutzrechts (§ 34 Abs. 1,2 BNatSchG) voraussichtlich nicht standhalten wird. Der Gutachter des Windkraftprojektierers hatte eine nähere Untersuchung des Raumnutzungsverhaltens eines im Abstand von 1.300 m nördlich der Anlagenstandorte im FFH-Gebiet brütenden Rotmilans nicht für nötig gehalten. Im Gegensatz zum VGH, der auf das sogenannte „Helgoländer Papier“ der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten verwies. Nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft erachtet das Dokument die Einhaltung eines Mindestabstandes von 1.500 m zum Rotmilanhorst für notwendig.

Der Landesvorsitzende der SDW Hessen Bernhard Klug bedankte sich bei seinem Rechtsbeistand Prof. Dr. Martin Gellermann für die erfolgreiche Prozessführung. Er äußerte sich auch zufrieden darüber, dass der VGH die seit dem 1. Januar 2021 in Kraft getretene Verwaltungsvorschrift „Naturschutz/Windenergie" des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen als für seine Entscheidung nicht bindend ansieht. Bekanntlich hat das mit Zustimmung der Naturschutzverbände BUND, NABU und HGON entwickelte Regelwerk für den windkraftsensiblen Rotmilan einen Mindestabstand vom Brutvorkommen zur Windenergieanlage von nur 1.000 m empfohlen. Klug bemerkt dazu:“ Die Entscheidung des VGH ist vor allem eine schallende Ohrfeige gegen die beteiligten Ministerien, die dem Drängen der Windenergielobby nachgegeben haben“.

Die Vorsitzende der „Bürgerinitiative Oberweser Bramwald e.V. Gaby Niehaus-Uebel kommentierte die Entscheidung des VGH als Erfolg für die gerichtsfest dokumentierten Kartierungen der ehrenamtlich Mitwirkenden: „Unsere intensive und aufwendige artenschutzrechtlichen Bestandsaufnahmen haben dem VGH klar aufgezeigt, dass der vom Projektierer beauftragte Gutachter seine Arbeit fehlerhaft und unvollständig abgeliefert hat“.

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Verwaltungsgerichtshof verfügt Baustopp für Windpark Wotan

14.01.2021

Gemeinsame Presseerklärung der IGR zum Genehmigungsverfahren „Windpark Reinhardswald“

Fristgerecht haben die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Interessengemeinschaft zur Rettung des Reinhardswaldes“ (IGR) ihre Stellungnahmen im anstehenden Genehmigungsverfahren „Windpark Reinhardswald“ KS04 beim Regierungspräsidium Kassel abgegeben. In der IGR haben sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Landesverband Hessen mit dem Landesvorsitzenden Bernhard Klug, die Bürgermeister Fred Dettmar, Reinhardshagen, Cornelius Turrey, Wesertal sowie Marcus Dittrich, Bad Karlshafen und Harald Wegener, Hann.Münden zusammengefunden. Ergänzt wird die Arbeitsgruppe durch Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald e.V.

In zahlreichen Abstimmungsterminen hatte die IGR, zeitweise unterstützt von dem renommierten Fachanwalt Prof. Dr. Martin Gellermann, juristisch fundierte Stellungnahmen und Einwendungen gegen die Genehmigung von 18 je 241 Meter hohen Windkraftanlagen im Reinhardswald entwickelt, die die Windkraft Reinhardswald GmbH und Co. KG bauen und betreiben will. Auch die Vorbereitung einer eventuell erforderlichen Klage gegen den geplanten Bau der Windkraftanlagen im Reinhardswald wird im Focus der Arbeit stehen.

SDW und die BI Oberweser-Bramwald berufen sich in ihren jeweiligen Stellungnahmen schwerpunktmäßig auf artenschutz- und naturschutzrechtliche Belange. So z.B. auf die Schädigung von Landschaft und Natur und die absehbaren artenschutzrechtlichen Konfliktlagen durch die geplante Realisierung des Windparks. Außerdem wird die industrielle Überprägung des der im Regionalplan Nordhessen als Vorranggebiet für die Forstwirtschaft und als Vorbehaltsgebiet für Natur und Landschaft dargestellten Reinhardswald kritisiert. Die SDW beanstandet weiterhin die sich durch den Betrieb von Windenergieanlagen entstehende erhöhte Waldbrandgefahr.

Die von den Kommunen eingereichten Einwendungen beziehen sich insbesondere auf die Auswirkungen des geplanten Windparks auf das Schutzgut Mensch in Form von Schallbelastungen, die zu befürchteten Auswirkungen auf das Grundwasser und die Trinkwasserversorgung, die negativen Folgen für Erholung und Tourismus sowie die Beeinträchtigungen von Denkmäler wie z.B. die Sababurg. Zudem wird die geplante Regelung einer Bekämpfung von Havarien wie Waldbrand und Ölunfall bei Windenergieanlagen im Reinhardswald beanstandet.

Als erfreulich bezeichnet es die IGR, dass die Stadt Hofgeismar künftig nach der Wahl von Torben Busse zum Bürgermeister in der Arbeitsgruppe mitwirken wird, nachdem sich auch die Stadtverordnetenversammlung ablehnend zu den Plänen ausgesprochen hat, Windkraft im Reinhardswald zu genehmigen.

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Gemeinsame Presseerklärung der IGR zum Genehmigungsverfahren „Windpark Reinhardswald“

13.01.2021

Erwiderung der SDW zur Waldzustandserhebung 2020

Der Wald braucht nicht nur mehr Geld, der Wald braucht auch mehr Wasser!


Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) fordert
Reduzierung der Grundwassergewinnung im Wald


Am vergangenen Freitag stellte die hessische Umweltministerin Priska Hinz in einer Online-Pressekonferenz Maßnahmen ihres Hauses gegen die massiven Waldschäden und nebenbei den aktuellen Waldzustandsbericht 2020 vor. Hierbei wurde erläutert, dass die Waldschäden noch nie so gravierend waren wie nach diesem Sommer. So hat sich die Absterberate der Bäume in Hessen gegenüber dem langjährigen Mittel versiebenfacht, die starken Schäden haben auf 9 Prozent zugenommen und mit 28% Kronenverlichtung wurde der höchste Wert seit Beginn der Waldzustandserhebung (ehemals Waldschadensbericht) ermittelt. Der Bericht bescheinigt dem hessischen Wald den schlechtesten Vitalitätszustand seit 1984 (Beginn des Monitorings). Die SDW hat seit vielen Jahren vor dieser rasanten Entwicklung gewarnt.

Die von der Ministerin vorgestellten Gegenmaßnahmen betreffen vor allem den Landesbetrieb Hessen-Forst, der nach Jahren der Abführung von Gewinnen aus dem Holzverkauf an das Land seit letztem Jahr - auf Grund der massiven Einnahmerückgänge beim Holzverkauf - Landeshilfe bekommt. Hingegen sind die Hilfen für die privaten Waldbesitzer und Kommunen vor allem auf die Unterstützung bei konkreten Maßnahmen wie z.B. Wiederaufforstungen, Kulturpflege und Verkehrssicherungen vorgesehen.

„Es sind in erster Linie der Klimawandel und die massive Erderwärmung, die unserem Wald zusetzen! Der Wald leidet massiv unter der großen Sommertrockenheit und den Temperaturen bis an die 40 Grad,“ ist auch Bernhard Klug, Landesvorsitzender der SDW Hessen, der Meinung. „Wir werden diese Entwicklung abstellen müssen, doch wird das nicht so schnell von statten gehen, wie das für den Wald nötig ist. Was wir aber können, ist den Wald durch eine Reduzierung der Grundwasserförderung zu entlasten, die bereits vor den Extremjahren 2018 - 2020 dem Wald an vielen Standorten zusetzte. Alleine im Hessischen Ried werden 40 Millionen Kubikmeter Trinkwasser für den Raum Frankfurt – Rhein-Main dem Ökosystem entnommen. Hinzu kommen 18 Millionen Kubikmeter Wasser für die Landwirtschaft, die Großteils in Form von verdunstungsreicher Beregnung verschwendet werden. Die Wassergewinnung im Wald muss dringend reduziert werden, denn dieses Wasser fehlt den Waldbeständen an vielen Waldorten in Hessen“, so Klug. „Es wird Wasser abgepumpt was das Zeug hält, weil der Verbrauch für unsinnige Maßnahmen wie Golfplätze, private Schwimmbäder, großzügige Gartenbewässerung und grüne Rasenflächen so groß ist. Wir rauben dem Wald das Wasser im Vogelsberg, dem Hessischen Ried und dem Burgwald aber auch an vielen anderen Brunnen und wundern uns, wenn der Wald stirbt!“ kritisiert der Landesvorsitzende. „Und die grüne Umweltministerin geht mit keinem Punkt auf diese Problematik ein. Das ist sehr enttäuschend! Die deutlich abnehmenden Grundwasserneubildungsraten werden im Hinblick auf den Klimawandel von den Landesbehörden sträflich vernachlässigt. Es wird so getan als hätte man alles im Griff, doch die Ausrufung von Wassernotständen in Städten und Gemeinden hat deutlich zugenommen und wird – bedingt durch die Klimakatastrophe - weiter anwachsen.“

Die SDW fordert dringend ein massives Engagement der grünen Umweltministerin für eine nachhaltige, dem Klimawandel angepasste Hessische Wasserpolitik. „Die Probleme der Wasserversorgung werden mit Sicherheit nicht geringer, weder für den Wald noch für die Menschen, die sauberes Wasser benötigen. Seit bald fünf Jahren dreht man sich bei der Erstellung eines „Leitbild für ein nachhaltiges Wasserressourcenmanagement Rhein-Main“ im Kreis und produziert bisher nur ein Papier nach dem anderen, die von der Wasserlobby kon-terkariert werden. Die Ministerin muss hier mal auf den Tisch hauen und klare Vorgaben formulieren, statt der veralteten, naturunverträglichen Grundwasserbewirtschaftungspla-nung anzuhängen“, fordert Bernhard Klug. „Bisher hat sich nichts geändert!“

Die SDW fordert umgehende Maßnahmen, um die Belastungen der Wälder durch die Wassergewinnung zu reduzieren und die Waldökosysteme im ganzen Land zu stabilisieren:

  • Erstellung eines umfangreichen Sparpaketes zur Reduktion der Trinkwassergewinnung durch Grundwassereinsparung.
  • Umstellung des Wasserpreises hin zu einem Bonus-Malus-System (wer viel verbraucht, zahlt auch mehr – wer wenig verbraucht, wird belohnt).
  • Nachweispflicht einer sparsamen, nachhaltigen und verbrauchsnahen Wassergewinnung bei der Aufstellung von B-Plänen für Kommunen sowie Einführung einer Zisternenpflicht bei Neubau und wesentlichen Umbaumaßnahmen von Gebäuden.
  • Reduktion der Wassergewinnung im Hessischen Ried, im Vogelsberg und im Burgwald und Ersetzen des Wassers durch verbrauchsnahe Trinkwasserbrunnen und durch Uferfiltrat des Rheins und des Mains (wie Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westphalen).
  • Vorrang der Natura 2000-Richtlinie gegenüber der Grundwasserförderung im Ried.
  • Wiederaufnahme der finanziellen Förderung für Versickerungsanlagen, Zisternen und Etablierung von Brauchwassersystemen bei der Bauleitplanung und bei Baugenehmigungen.
  • Reduktion der ineffizienten landwirtschaftlichen Beregnung durch die Verpflichtung zu sparsamen Bewässerungssystemen.
  • Wiederaufspiegelung des Grundwassers in den stark durch Grundwassergewinnung geschädigten Wäldern und anderen Ökosystemen (Pfungstädter Moor).
  • Wiedereinführung eines Wassercents (Grundwasserabgabe) zur Sanierung der geschädigten Waldökosysteme.
  • Rückbau der Grundwasserförderung aus Tiefbrunnen im Zuge der Grundwasserbewirtschaftung.
  • Überprüfen der Arbeit der Wasserbeschaffungsverbände, ob sie im Sinne und zum Wohle der Allgemeinheit arbeiten und nachhaltig wirtschaften.
  • Neuorientierung des bisherigen Vorrangs der überregionalen, gewinnorientierten Grundwasserförderung hin zu einer nachhaltigen, umweltfreundlichen, klimaangepassten und sozialen Wasserpolitik durch den Hessischen Landtag.
    Der Wald braucht sein Wasser zurück – es eilt!

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Pressemitteilung: Erwiderung der SDW zur Waldzustandserhebung 2020: Der Wald braucht nicht nur mehr Geld, der Wald braucht auch mehr Wasser!

10.11.2020

Großzügige Spende für den kranken Wald

Am 20. Juni, der alljährlichen Sommersonnenwende und dem längsten Tag des Jahres, machten sich am Abend um die vierzig Menschen auf den Weg, um im Vordertaunus bei Oberursel gemeinsam Waldbaden zu gehen. Im Vordergrund stand neben den positiven Auswirkungen des Waldbadens auf Körper, Geist und Seele vor allem der Wald mit seiner Vielfalt. Drei Stunden lang übten sich alle in Achtsamkeit, wie z.B. barfuss gehen über den Waldboden oder dem bewussten Fichtennadeltee trinken.
1.000 € konnten bei dieser Aktion für Aufforstungen der Initiative „Wir Wollen Wald“ der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) erzielt werden. Michaela Dalchow, die Initiatorin dieser Aktion, will diese zweckgebundene Spende am

Donnerstag, 8. Oktober 2020 um 10:30 Uhr
unweit des Taunus-Informations-Zentrums an der Hohen Mark bei Oberursel
(Treffpunkt ist das Taunus-Informations-Zentrum TIZ)

an den Landesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Hessen, Christoph von Eisenhart Rothe übergeben.
Michaela Dalchow. Mentaltrainerin und Expertin für Waldbaden, wird den Hintergrund die-ser Idee erläutern und interessante Informationen über das aus Japan stammende Waldbaden geben.
Christoph von Eisenhart Rothe wird die Aufforstungsinitiative der SDW vorstellen, für die die anerkannte Naturschutzvereinigung Spenden sammelt. Er wird dabei auch erläutern, für welche Aufforstung die Spende der Waldbadenden verwendet wird. Fragen von Ihnen rund um den Waldzustand und eine Einschätzung der Waldschäden beantworten wir gerne.
Für Fotos werden wir eine besonders geschädigte Waldfläche unweit des TIZ aufsuchen.
Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch, würden uns sehr freuen, wenn Sie hierüber berichten und stehen Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung:
Christoph von Eisenhart Rothe (Landesgeschäftsführer der SDW Hessen e.V.)
0175-2074540, ch.v.eisenhart@sdwhessen.de

Download pdf:

06.10.2020 Einladung zum Pressetermin im Wald

06.10.2020

Tag des Baumes 25. April 2020 Schutzgemeinschaft Deutscher Wald weist auf die große Bedeutung der Bäume für den Menschen in der Krise hin

Selten waren die Wälder so stark besucht wie derzeit. Seit dem Beginn der Corona-Krise, verbunden mit der Absage fast aller Veranstaltungen und der Schließung vieler Einrichtungen, zieht es die Menschen verstärkt in die Wälder. Doch gehen die Menschen nicht aus Langeweile in die Natur; für viele Waldbe-sucher ist es eine erstmalige Erfahrung bzw. die Erneuerung von Erfahrungen. Im Frühling kann man die Natur neu entdecken, wenn sich die Blätter entfalten, Bäume und Sträucher blühen, Insekten umher-schwirren und Vögel singen. Die Vielfalt an Geräuschen, Formen und Farben, Licht und Schatten, ver-bunden mit den Möglichkeiten Tiere und Pflanzen zu entdecken und zu beobachten, machen den Reiz des Ökosystems Wald aus.

Die Gemeinschaft der Bäume, die zusammen einen Wald ausmachen, sind für die Menschen ein perfek-ter Erholungsraum und ein Ort der Freiheit und der annähernd unbegrenzten Bewegung in Zeiten des Abstandhaltens und des Zurückziehens in die eigene Wohnung auf Grund der Pandemie. Sich hier aus dem Weg zu gehen und dabei die Regeln einzuhalten, ist unbeschwert und ohne Maske möglich. Zudem wirken die Sonnenstrahlen positiv auf das Immunsystem. Werden Viren vom energiereichen UV-Licht der Sonne getroffen, zerstört es sie.

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) schließt sich daher den Empfehlungen aller namhafter Virologen ausdrücklich an, die der Bevölkerung raten, die gute Wetterlage zu nutzen und sich viel in der Natur und im Wald aufzuhalten. Insbesondere Familien mit Kindern sollten bei den geschlossenen Spiel-plätzen den Wald als großen Abenteuerspielplatz verstehen. Mancher Bachlauf, aber auch einfach Zwei-gen, Blätter, Steine und Matsch bieten die Kulisse und das Bastelmaterial für ganz neue Kindheitserfah-rungen. Schnell ist eine Höhle aus Ästen und Laub gebaut. Abstandhalten außerhalb der Familie und „sich aus dem Weg gehen“ ist hier leicht möglich. Der anerkannte Naturschutzverband lädt daher alle Bürger zu einem schönen Waldspaziergang am „Tag des Baumes“ am morgigen Samstag ein.

Auf Grund der hohen Waldbrandgefahr bittet die SDW aber ausdrücklich darum, keine Glasflaschen mit in den Wald zu nehmen (Brennglaseffekt) und mit dem Fahrzeug nicht auf trockenem Laub oder Gras zu parken. Das Rauchen und das Entfachen offenen Feuers sind im Wald nach dem Hessischen Waldgesetz sowieso verboten.

Weitere Informationen erhalten Sie von Christoph von Eisenhart Rothe Landesgeschäftsführer der SDW Hessen unter der Telefonnummer 0175- 20 74 540

pdf-Download:

PM der SDW - Tag des Baumes 2020

24.04.2020

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald klagt gegen Steinbrucherweiterung in Heppenheim

Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) - Landesverband Hessen e.V. zusammen mit dem Kreis-verband Bergstraße - hat heute eine Klage gegen den raumordnerischen Entscheid zur Erweiterung des Steinbruchs der Firma Röhrig Granit GmbH in Heppenheim eingelegt. Die SDW will mit der Klage die Zerstörung einer zum UNESCO-Geopark Bergstraße-Odenwald gehörenden bewaldeten Landschaft und den Verlust des Naturdenkmals „Kleines Felsenmeer“ verhindern.

„Es ist erschreckend, im welchem Maße bewährte Grundsätze der Raumordnung für ein solches Stein-bruch-Vorhaben über Bord geworfen wurden und uralter und ökologisch wertvoller Wald geopfert wird.“, begründet Bernhard Klug, Vorsitzender des hessischen Landesverbands der SDW die Klage. Die Firma Röhrig beabsichtigt, ihren in Heppenheim-Sonderbach gelegenen Steinbruch in südliche Richtung zu erweitern. Die abzutragende Fläche ist 6,2 Hektar (etwa 62.200 Quadratmeter) groß und mit wertvol-lem Buchenbestand bewaldet. Sie beherbergt auch das Naturdenkmal „Kleines Felsenmeer“.

Der Walderhalt ist im Regionalplan als Vorranggebiet festgesetzt. Der Wald ist außerdem 1995 zum Schutzwald erklärt worden. Zudem fällt der Erweiterungswunsch der Firma Röhrig in ein Vogelschutz-Gebiet nach EU-Recht. Der geltende, 2010 aufgestellte Regionalplan hat für ganz Südhessen eine Erwei-terung von Abbauflächen für oberflächennahen Rohstoffen in solchen Gebieten mit „rechtlichen Restrik-tionen“ ausgeschlossen. Trotzdem hat die Regionalversammlung das Erweiterungsvorhaben durch die Zulassung einer Abweichung von den Zielen des Regionalplans Südhessen 2010 für vorrangig vor dem Wald- und Naturschutz erklärt. Begründet wird dies mit einem unvorhergesehenen Bedarf an Gra-nitsplitt, der im Straßenbau verwendet wird und mit allgemeinen Erwägungen, wie einer erwarteten Zunahme der Wohnbevölkerung in der Rhein-Main-Region.

„Die Entscheidung der Regionalversammlung ist schon formal unzulässig“, kritisiert Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht Thomas Mehler, der die Klage für die SDW formuliert hat. Wenn Er-weiterungsflächen in Vorranggebieten für Wald oder in Vogelschutzgebieten durch die Raumordnungs-behörden zugelassen werden sollen, ist der Regionalplan zu ändern. Hier wird in Grundsätze der Raum-ordnung eingegriffen. Allein mit der Abweichungszulassung kann ein solches Vorhaben nicht zugelassen werden.
Wann die 2. Kammer des VG Darmstadt über die Klage entscheidet, ist noch völlig offen. Die Fa. Röhrig müsste zum Betrieb des Steinbruchs auch noch eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) einholen.

pdf-Download:

PM der SDW - SDW klagt gegen Steinbrucherweiterung

08.04.2020

Waldzustandsbericht bestätigt katastrophale Lage der Hessischen Wälder

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) fordert
„Sofortprogramm zur Rettung der hessischen Wälder“

„Was in unseren heimischen Wäldern abläuft ist eine absolute Katastrophe“, so kommentiert der SDW-Landesvorsitzende Bernhard Klug die Ergebnisse des, heute im Taunus bei Eppstein vorgestellten, Waldzustandsberichtes für die Hessischen Wälder. „Wir haben mit schlechten Zahlen gerechnet, doch dass die Kronenverlichtung den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung ausweist, ist extrem dramatisch und fordert die gesamte Gesellschaft zum Handeln heraus.“

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1983 begleitet die SDW die Waldzustandserhebung. Doch noch nie waren die Werte so gravierend schlecht wie in diesem Jahr - so sind die starken Schäden bei Fichte und auch bei der heimischen, „hessischen“ Baumart Buche extrem gestiegen. Geradezu explodiert ist die Absterberate aller Bäume, die sich im Vergleich zum Vorjahr mehr als verachtfacht hat. Im Rhein-Main-Gebiet liegt der Absterbewert sogar bei 5%, was im Umkehrschluss rein rechnerisch bedeuten würde, dass die Region in nur 20 Jahren vollständig entwaldet ist, so denn dieser Prozess weiterläuft.

Für die SDW liegen die Ursachen der Entwicklung fast vollständig beim gravierend davon schreitenden Klimawandel. Stürme wie Friederike im Januar 2018 haben großflächig Nadelholzbestände geworfen und Wälder angerissen. Die extrem trockenen Sommer 2018 und 2019 haben dann nicht nur für eine schlechte Wasserversorgung der Bäume gesorgt sondern auch die massenhafte Vermehrung der Borkenkäfer außergewöhnlich begünstigt. Die Ursache im Handeln der jetzigen Forstleute zu sehen, hält die SDW für falsch, da bereits seit mehr als 30 Jahren in ganz Hessen mit umfangreichen Waldumbauprogrammen begonnen worden war. „Die Försterinnen und Förster waren mit die ersten, die die Probleme des Klimawandels ernst genommen haben und darauf reagierten, indem sie Nadelholzbestände mit Laubholz unterpflanzten“, so Landesvorsitzender Bernhard Klug. „Dass die Erderwär-mung derart schnell voranschreitet, haben die Waldfachleute nicht ahnen können. Umso wichtiger ist es, dass auch die nationale wie internationale Politik endlich die Einhaltung der Klimaziele anpackt.“

pdf-Download:
PM der SDW zum hessischen Waldzustandsbericht

20.11.2019

Bürger pflanzen tausende Bäume für den Klimaschutz

Initiative WIR WOLLEN WALD startet mit Pflanzungen in Nordhessen

Die extremen Waldschäden in den hessischen Wäldern auf einer Fläche von rund 20.000 Hektar haben die Waldjugend und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) dazu veranlasst, die Initiative WIR WOLLEN WALD ins Leben zu rufen. Ziel von WIR WOLLEN WALD ist es, auf den entwaldeten Flächen so bald wie möglich artenreiche und klimastabile Wälder zu pflanzen. Viele Nachfragen von Schulen, Vereinen und anderen Institutionen erreichten den anerkannten Naturschutzverband, und so wollen die Verbände jedermann die Möglichkeit geben, selber junge Pflanzen in den Boden zu setzen. In Kooperation mit HessenForst, Kommunen und Waldbesitzern werden in nächster Zeit gemeinsam in ganz Hessen entsprechende Pflanzaktionen angeboten. Forstleute und SDW-Mitglieder erläutern vor Ort welche Baumarten, warum und wie gepflanzt werden und geben Hilfestellung. Jeder – vom Kind bis zum Senior - kann mitmachen Wälder zu pflanzen, um somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Denn der heimische Wald speichert bei nachhaltiger Nutzung rund 14 % des von uns Menschen ausgestoßenen Treibhausgases CO2 und ist ein artenreicher und vielfältiger Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere.

Erste Laubbäume wurden bereits von Schulkindern der Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege und Ehrenamtlichen letzte Woche auf dem Hohen Meißner bei Hessisch Lichtenau im Bereich des Forstamts Hessisch-Lichtenau gepflanzt. Offizieller Auftakt der Initiative WIR WOLLEN WALD sind drei Aktionen in den nächsten Wochen in den beiden Forstämtern Reinhardshagen und Wolfhagen.

Eine neunte Schulklasse der Gustav-Heinemann-Schule aus Hofgeismar pflanzt am Freitag, 22. November, ab 9.00 Uhr im Forstrevier Sababurg. Zuerst werden zu dicht stehende junge Eichen aus Naturverjüngung ausgegraben und dann von den Jugendlichen auf den Kahlflächen wieder eingepflanzt. Diese Kahlflächen entstanden durch den Orkan Friederike.

Am Freitagnachmittag ab 13.30 Uhr ist jede interessierte Bürgerin und jeder interessierte Bürger aufgerufen, zusammen mit Mitarbeitern vom Forstamt Reinhardshagen und dem Naturpark Reinhardswald sowie der Waldjugend, ebenfalls junge Eichen zu pflanzen. Treffpunkt ist der kleine Parkplatz an der Einfahrt zum Forsthaus Beberbeck, Rettungspunkt KS-102. Er liegt an der Kreisstraße K 55, 500 m östlich von der Anbindung zur K 58. Der Treffpunkt wird ausgeschildert sein.

Am Freitag, 29. November, ab 9.00 Uhr werden im Elgershäuser Hölzchen des Gemeindewaldes Schauenburg von zwei Klassen der Heinrich-Schütz-Schule aus Kassel junge Baumschulpflanzen gesetzt. Michael Plätzer, Bürgermeister der Gemeinde Schauenburg, wird die Jugendlichen unterstützen und tatkräftig in Gummistiefeln mit anpacken. Weltweit werden an diesem Tag Menschen dem Aufruf der Fridays for Future-Bewegung folgen und in den Klimastreik treten. Waldjugend, SDW, HessenForst und die Gemeinde Schauenburg bieten den Bürgerinnen und Bürgern eine Möglichkeit, aktiv etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Denn das Pflanzen von Wäldern als CO2-Senke ist ein sinnvoller Beitrag zum Klimaschutz!

Am Samstag, 30. November, kann ab 10.00 Uhr an gleicher Stelle jeder Bürger helfen dem Wald wieder eine Zukunft zu geben. Insbesondere Familien sind zu dem Pflanzevent herzlich eingeladen. Ab dem Ende der Hilgenhofstraße (Ortsausgang) in Elgershausen wird der Weg zum Pflanzort ausgeschildert sein.
Die Veranstalter weisen darauf hin, dass wetterangepasste Arbeitskleidung und festes Schuhwerk unbedingt nötig sind. Außerdem wird darum gebeten, sofern vorhanden, kleine Gartenschaufeln und leichte Spaten mitzubringen. Einige Werkzeuge sind auch vor Ort vorhanden.

Wer weitere Informationen zur Initiative WIR WOLLEN WALD erfahren möchte, der wende sich bitte an kontakt@sdwhessen.de oder schaue auf die Internetseite der SDW unter www.sdwhessen.de.

Rückfragen der Presse beantwortet Ihnen: Christoph von Eisenhart Rothe
Landesgeschäftsführer der SDW Hessen e.V. zu erreichen unter 01 75-20 74 54 0

pdf-Download:
PM der SDW Hessen - Bürger pflanzen tausende Bäume für den Klimaschutz

15.11.2019

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) begrüßt 12-Punkte Plan zum Schutz der Wälder im Klimawandel

Geld alleine wird die Wälder nicht retten –

Neue Wälder braucht das Land!

Der Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sieht im heute vom Ministerpräsident Volker Bouffier und Umweltministerin Priska Hinz vorgelegten 12-Punkte Plan einen ersten guten Schritt zur Rettung der hessischen Wälder.

Die Wälder leiden - über alle Baumarten hinweg - massiv unter dem Klimawandel. Deshalb begrüßt die SDW das Bekenntnis der Landesregierung, die entwaldeten Katastrophenflächen mit artenreichen Mischwäldern aufzuforsten und dabei auch den Kommunal und Privatwald zu unterstützen. Wie Ministerpräsident Bouffier in der Pressekonferenz ausführte, werde man bei der Baumartenauswahl nicht ideologisch vorgehen und die Baumarten berücksichtigen, die auf den Standorten gut wachsen, auch wenn sie bisher nicht heimisch sind (wie Bäume aus dem Mittelmeerraum aber auch Douglasie, Küstentanne, Kastanie etc.). Die Landesregierung hat ein klares Statement dafür abgesetzt, so schnell wie möglich klimastabile und artenreiche Wälder wieder aufzuforsten. Sie kommt damit einer alten SDW-Forderung nach.

Sehr begrüßt die SDW den Stopp des Stellenabbaus bei HessenForst und ein Überarbeiten des Personalkonzeptes 2025, bei dem es zu zahlreichen Revierzusammenlegungen und Stellenstreichungen auf der Fläche kommen sollte. Nach Ansicht der SDW werden jetzt viele Forstleute und Waldarbeiter im Wald gebraucht und weniger in den Amtsstuben. Die SDW begrüßt es, dass es nun nicht noch größere Forstreviere geben soll.

Mit der Aussage, rund 100 Millionen neue Bäume pflanzen zu wollen, kommt die Landesregierung ebenfalls einer SDW-Forderung nach. Die SDW hält aber auch weiterhin daran fest, zusätzliche Waldflächen durch Neuaufforstungen zu begründen. Ziel dieser Maßnahme ist es mit diesen zusätzlichen Waldflächen viele tausend Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr zu speichern. Der Wald ist der einzige wirksame und nachhaltig nutzbare Kohlenstoffspeicher an Land.

Rückfragen beantwortet Ihnen: Christoph von Eisenhart Rothe

Landesgeschäftsführer der SDW Hessen e.V. zu erreichen unter 01 75-20 74 54 0

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PM der SDW -Begrüßung 12-Punkte Plan schutz der Wälder im Klimawandel

09.04.2019

30.08.2019

Waldrettungsmaßnahmen durch Land, Städte und Gemeinden

Neue Wälder braucht das Land:

SDW fordert 1000 Hektar Aufforstungen neuer Klimawälder im Jahr für Hessen

Mit einem umfangreichen 15 Punkte umfassenden Maßnahmenkatalog zur Rettung des hessischen Waldes wendet sich die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – Landesverband Hessen e.V. an Politik und Gesellschaft.

Die kaum abschätzbare Schadensentwicklung auf Grund der gravierenden Folgen der Klimakatastrophe zwingt aus Sicht des Waldnaturschutzverbandes die gesamte Gesellschaft zu gravierenden Umdenkungsprozessen im Umgang mit dem Wald. Hier darf es daher keine Denkverbote geben.

pdf-Download:
PM der SDW Notprogramm für den heimischen Wald 25.07.2019.pdf

26.07.2019

Pressemitteilung zur Stilllegung von 6400ha Staatswald in Hessen

Die nach dem Bundesnaturschutzgesetz anerkannte Naturschutzvereinigung Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) kritisiert die am heutigen Dienstag von Umweltministerin Priska Hinz (B´90/Die Grünen) bekannt gegebene Stilllegung von weiteren 6400 Hektar Staats-wald. Die SDW sieht darin einen massiven Verstoß gegen die Ziele des Klimaschutzes und des internationalen Waldschutzes.

pdf-Download:
PM der SDW zur Stilllegung von 6400ha Staatswald in Hessen.pdf

09.04.2019

Land Hessen legt Wälder still, statt ernsthaften Klimaschutz zu betreiben

Bis Ende April 2019 will das Hessische Umweltministerium 34.000 Hektar Wald unter dem Vorwand des Naturschutzes still gelegt haben. Das sind 10% der Staatswaldfläche Hessens. Wir kritisieren das scharf, weil es sowohl gegen Klimaschutz- wie auch vor allem gegen Naturschutzziele verstößt. Wald sollte weniger ein Spielball der Landespolitik als vielmehr auf Grund seiner vielfältigen Aufgaben und Wohlfahrtswirkungen ein wichtiges Element der nachhaltigen Daseinsvorsorge sein. Bitte beachten Sie auch den Link zur ARD-Dokumentation „Die Ausbeutung der Urwälder“ über das FSC-Zertifikat: http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Die-Story-im-Ersten-Die-Ausbeutung-der-/Video?bcastId=799280&documentId=59966086

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Pressemitteilung vom 08.02.2019
Wald und Klimaschutz – Faktenpapier (Stand 11/2018)

01.11.2018

Pressemitteilung - Neue Klage der SDW Hessen gegen Regierungspräsidium Darmstadt

Hessenwasser fördert nicht nachhaltig Grundwasser im Wasserwerk Pfungstadt!

Zu ihrer nunmehr dritten aktuellen Klage gegen das Land Hessen zieht die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) vor das Verwaltungsgericht Darmstadt. Fristgerecht Ende August reichte der anerkannte Naturschutzverband die Klage gegen den Wasserrechtsbescheid des Regierungspräsidiums Darmstadt für das Wasserwerk Pfungstadt ein.

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Presssemitteilung - Neue Klage der SDW Hessen gegen Regierungspräsidium Darmstadt

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22.08.2018

Presssemitteilung der SDW zum Leitbild Wasserressourcenmanagement vom 22.06.18

Nachdem seit über drei Jahrzehnten eine gravierende Verschlechterung des Waldzustandes im Hessischen Rieds zu beobachten war und ehemals gesunde Laubwälder großflächig absterben, entschied sich der Landesverband Hessen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald 2017 eine Klage nach dem Umweltschadensgesetz gegen das Regierungspräsidium Darmstadt / Land Hessen beim Verwaltungsgericht in Darmstadt einzureichen.

Presssemitteilung der SDW zum Leitbild Wasserressourcenmanagement vom 22.06.18

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22.06.2018


Pressemitteilung - Zum Start des Leitbildprozesses Wasserressourcenmanagement Rhein-Main

Trinkwasser dezentral beschaffen und Waldschäden sanieren
Zum Start des Entwicklungsprozesses „Leitbild für ein integriertes Wasserressourcen-management Rhein-Main“ stellt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Forderungen auf:
Wesentlicher Grundsatz der neuen Ausrichtung der Wassergewinnung muss es sein, dass die Wasserversorgung - soweit es irgendwie geht - dezentral organisiert werden muss.

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Presssemitteilung - Zum Start des Leitbildprozesses Wasserressourcenmanagement Rhein-Main

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25.04.2016






Terminliste
18.09.21
Landesdelegierten-versammlung 2021
Haus der Begegnung (HdB), 61462 Königstein

11.11.21
Klimakönner - Bildungswerkstatt JWH Niedermittlau Hasselroth
63594 Hasselroth

06.12.21
Klimakönner - Bildungswerkstatt JWH Petershainer Hof
35327 Ulrichstein/ Kölzenhain

SDW in Hessens Unterverbänden


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