Wald - ABC


 

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... C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

 

 

A

 

 

  • Abiotische Forstschäden
    Waldschäden aus der unbelebten Natur. Sturmwurf, Waldbrand, Schneedruck und -bruch, Forst- und Dürreschäden u. a.
  • Abteilung
    Zusammenhängende Flächen von 10-30 ha Größe zur dauernden Waldeinteilung.
    Funktion: Dient der Erleichterung
    --> der Orientierung
    --> der forstlichen Vermessung
    --> des Holztransportes bzw. des Holzrückens
    --> der Herstellung der räumlichen Ordnung
    Begrenzung im Gelände: 4-10 m breite, holzleere Sreifen (Schneisen, Wege, Straßen, Eisenbahnlinien, Wasserläfe, Bergkämme etc.): auf der Karte. Punkte entlang der Abteilungsgrenze. Kennzeichnung im Gelände: Abteilungdsteine oder Tafeln mit arabischen Nummern an Kreuzpunkten von zwei oder mehreren Abteilungslinien.
  • Astreinigung
    Natürliche Astreinigung erfolgt durch Absterben und Abfallen der untersten Äste eines Baumes. Künstliche Astreinigung wird durch Entfernen lebender oder toter Äste, durch Auästung erreicht.
  • Aufforstung
    Pflanzung junger Waldbäume; Wiederaufforstung nach flächiger Holzernte (->Kahlhieb); es besteht die gesetzliche Pflicht zur Wiederaufforstung. (Siehe auch ->Erstaufforstung; ->Ersatzaufforstung)
  • Auszeichnen
    Aussuchen und Bezeichnen der zu fällenden Bäume.

 

 

B

 
  • Bannwald
    ist die höchste Schutzstufe für einen Wald nach dem Hessischen Forstgesetz. Er ist aufgrund seiner vielfältigen Funktionen (Klima-, Boden-, Lärm-, Biotop- und/oder Wasserschutz, Luftfilterfunktion und Erholungsraum) besonders schützenswert. Seit Anfang der 80er Jahre wird Bannwald vor allen Dingen in den Ballungsräumen ausgewiesen. Bis zur Änderung des Hessischen Forstgesetzes am 18. Juni 2002 war das Roden von Bannwald verboten, seitdem ist dies erlaubt, sofern überwiegende Gründe des Gemeinwohls dies erfordern. Mit dieser Novelle wurde, wie in anderen Fällen auch, das Gesetz an angebliche politische Notwendigkeiten (Flughafenausbau Frankfurt) angepasst.
  • Bastard
    (Hypride) Ergebnis einer Kreuzung aus Pflanzen verschiedener Varietäten, Arten, Unterarten oder Gattungen
  • Bestand
    Waldbaulich selbstständiger Waldteil, der auf Grund seiner grßße und form die kleinste einheit des waldbaulichen handelns für einen längeren Zeitraum darstellt. Als Mindestgöße 1 ha.
  • Bestandspflege
    Beinhaltet die pflegerischen Maßnahmen des Forstmannes, um den Bastand zu einer höchstmöglichen Massen- und wertleistung zu erzielen. Wichtige Maßnahmen der Bestandspflege sind die Läuterungen und Durchforstung, durch die die Steuerung des Zuwachses auf die besten Bstandsglieder gelenkt und Konkurrenzdruck aufgelöst wird
  • Bestockung
    Bestand an Bäumen auf einer Waldfläche (kann definiert werden als Baumartenzusammensetzung, Qualität und Alter).
  • Bienenweide
    Pflanze, die den Bienen Nektar und Pollen als Nahrung liefert (meist in zeitigem Frühjahr), z.B. Hasel, Erle, Weide, Lärche, Kornelkirsche, Ulme, Wild- und Traubenkirsche, Ahorn, Elsbeere, Faulbaum, Robinie, Sommer- und Winterlinde
  • Biotische Forstschäden
    Waldschäden durch Lebewesen:
    Insekten, Pilze, Säugetiere (Wild, Mäuse z. B.) verdämmende (stark bedrängende) Wildkräuter und Gräser, aber auch durch manche Baumarten (z.B. Birke, Aspe).
  • Biomasse
    Lebendgewicht aller Pflanzen und Tiere bezogen auf den qm oder ha.
  • Biotop
    Griech.: "Lebensraum"; ein durch bestimmte Pflanzen und Tiergesellschaften gekennzeichneter Lebensraum, z.B. Sumpf, Wiese, Wald, Teich, Düne
  • Biozide
    Wörtlich: Lebenstöter

    Bezeichnung für bestimmte chemische Mittel (die nicht unbedingt alle Giftstoffe sind!). In Deutschland werden nur von der biologischen Bundesanstalt (BBA) und dem Gesundheisministerium anerkannte Mittel in den Handel gebracht. Je nach der Organismengruppe, gegen welche das Mittel wirksam, spricht man von:
    -Bakteriziden-------->gegen Bakterien
    -Fungiziden---------->gegen Pilze
    -Herbiziden---------->gegen Wildkräuter
    -Insektiziden--------->gegen Insekten
    -Rhodentizieden---->gegen Nagetiere
  • Biozönose
    Lat.: "Lebensgemeinschaft"; alle Pflanzen und Tiere in einem bestimmten Biotop
  • Blütenstand
    Einzelblüten, die zu Blütenständen zusammengefasst sind, z.B. Dolde, Rispe, Traube, Kätzchen usw.
  • Bodenversauerung
    Durch die Speicherung der auf den Boden auftreffenden Säure im Boden sinkt der ph-Wert des Oberbodens. Dadurch werden basisch wirksame Nährstoffe wie Calcium (Ca), Magnesium (Mg) und Kalium (K) ausgewaschen. Es tritt einerseits Ca-,Mg- und K-Mangel auf und andererseits wird Aluminium, Mangan und Eisen angereichert. Die Aluinium-Ionen wirken aber schon geringe Mengen toxisch (giftig) auf die Feinwurzel und auf die für die Streuzersetzung verantwortlichen bodenorganismen.
  • Borke
    Bezeichnung für den abgestorbenen, verkorkten Teil der ->Rinde bei Holzgewächsen.
  • Brusthöhendurchmesser (BHD 1,3m)
    Zweimal über Kreuz in 1,3m über den Boden gemessener Durchmesser eines stehenden Baumes.
 
C

 
 
D

 
  • Deposition (trockene)
    Ablagerung auf Oberflächen durch Sedimentation (Absetzen), Absorbtion (in sich aufnehmen) oder Einlagerung; bei längerern Trockenperioden können sich erhebliche Schadstoffmengen, z.B. auf Blättern, Nadeln oder Rinde ansammeln, die beim nächsten Niederschlag in Lösung gehen. Die dabei emnstehenden konzentrierten Säuren führen zu direkten Gewebeschäden.
  • Dickung
    Bestand nach dem Eintritt des Bestandesschlusses bis zum Baginn der natürlichen Astreinigung.
  • Dornen
    Umbildung von Blättern und Blatt-Teilen (Blattdornen, z.B. Berberitze, Robinie) oder Teilen der Sprossachse (->Sprossdornen, z.B. Weißdorn, Schlehe oder seltener von Wurzeln).
    Vgl. ->Stacheln
  • Durchforstung
    Regulierender Eingriff in den Waldbestand durch Entnahme einzelner Bäume mit dem Ziel den verbleibenden Bestand zu fördern bzw. zu pflegen.
 
E

 
  • Eichenwickler
    Mottenähnlicher Kleinschmetterling; die Raupen befallen im Frühjahr oft in Massen verschiedene Laubbäume, z.B. Eichen, rollen und wickeln die jungen Blätter zusammen und fressen nicht selten Bäume kahl.
  • Einhäusig
    Bezeichnung für Pflanzen, bei denen sowohl männliche als auch weibliche Blüten auf einem Individuum vorkommen. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Waldbäume einhäusig.
  • Emission
    sind die von einer Anlage (fabrik, Heizung, Auto etc.) in die Atmosphäre gelangenden gasförmigen, flüssigen oder festen Stoffe; ferner Geräusche, Erschütterungen etc.
  • Emittent
    Quelle der Luftverunreinigung. In Bezug auf das Waldsterben Verbrennungsanlagen von fossilen Brennstoffen wie stein- und Braunkohle, Öl und Gas. Hauptquellen sind Kraftwerke und Fernheitswerke mit 50%, Industriefeuerungen mit 25%, Kleinverbrauch nit 14% und der Verkehr nur mit 2% (und zwar verurscht nur der Dieselkraftstoff nennenswerte SO2 (Schwefeldioxid--Emissionen))
  • Erntefestmeter (EFm)
    Das Erntefestmeter ohne Rinde ist die Maßeinheit für Planung, Einschlag, Verkazf und Buchung des Holzes. In der forstlichen Praxis wird es i. a. errechnet, indem von dem Vorrat des bestehenden Bestabndes (gemessen in VFm m. R. = Vorratsfestmeter mit Rinde) 20% für Ernte- und Rindenverlust abgezogen werden.
  • Erosion
    Lat.: "Ausnagung"; Bodenabtrag durch Sturm, Wind, Regen, Lawinen; Verhinderung durch ->Schutzwald, besonders an Steilhängen.
  • Ersatzaufforstung
    Eine Ersatzaufforstung ist eine Erstaufforstung als Ausgleich für eine Rodung im Rahmen eines forstrechtlichen Eingriffs.
 
F

 
  • Fegeschäden
    Durch Abstreifen der sog. Bastschicht am Gehörn oder durch Makierung des Einstandes (Stirnlockendrüse) des Rehbockes an der Jungpflanze von meist selteneren Baumarten (z.B. Douglasie, Lärche) versachten Schäden, die oft zum Absterben führen. Verhinderung durch chemischen oder mechanischen Fegeschutz.
  • Femelhieb
    Im Gegensatz zum ->Kahlhieb werden die Bäume nicht auf ganzer Bestandsfläche geerntet, sondern kleinflächig. Ziel ist das Einleiten einer natürlichen Verjüngung aus dem Saatgut des Altbestandes heraus. Selten werden zur Mischung andere Baumarten in die
  • Festmeter (FM)
    (cbm, m3) Holzmasse, die dem Rauminhalt eines Kubikmeters entspricht. Man unterscheidet zwischen Vorratsfestmeter (mit Derbholz) und Erntefestmeter.
  • Flechte
    Lebensgemeinschaft (Symbiose) von Alge und Pilz. Meist an der Rinde von Bäumen. Flechten sind Bioindikatoren.
  • Funktion des Waldes
    1. Nutzfunktion
    -->a. Rohstoff- Funktion: Holzgewinnung
    -->b. Reserve- Funktion: für Waldbesitzer - Privat, -Kommunen, -Staat
    -->c. Arbeitsf- Funktion: im Forstbetrieb selbst, in der holzver- und holzberarbeitenden Industrie
    -->d. Einkommens- Funktion: für den einzelnen waldwirtschaftsbetrieb

    2. Schutzfunktion: Einfluss auf:
    --> Klima (Luftstömung, Temperatur, Luffeuchte)
    --> Wasserhaushalt (Hochwasser z. B.)
    --> Wasserreinigung etc.
    Wald schützt vor:
    --> Lärm
    --> Erosion (Wind, Wasser)
    --> Lawinen etc.

    3. Erholungsfunktion
    Physische und psychische Erholung im Wald.
 
G
 
  • Großschirmschlag
    Verfahren der natürlichen und künstlichen Verjüngung im schlagweisen hochwald, bei dem in annähernd regelmäßiger verteilung auf der ganzen Verjüngungsfläche Bäume so entnommen werden , dass ein gleichmäßiger Schirm zur einteilung und Begünstigung der Verjüngung verbleibt.
    In typischer form verlüft der Großschirmschlag in folgenden Phasen:
    1. Die Vorbereitungshiebe dienen vor allem dazu, ein gutes Keimbett zu schaffen und die Blütenbildung anzuregen.
    2. Die Besamungshiebe, die unmittelbar vor oder nach dem Samenabfall geführt werden, sollen den Keimlingen und jungpflanzen die notwendigen Bedingungen zum Gedeihen bringen.
    3. Die Nachlichtung sollen diese Bedingungen weiterhin verbessern, bis der Jungbestand selbstständig wachsen kann.
    4. Die Räumungen entfernen die reste des Altbestandes. Sie unterscheiden sich vom Kahlhieb dadurch, dass sie über bereits vorhandenem Jungbestand geführt werden und i. d. R. in mehreren Hieben erfolgen.

 

 
H

 
  • Hiebsatz
    Vorgesehene jährliche Holzeinschlagsmenge, die sich in der geregelten Forstwirtschaft an der Nachhaltigkeit orientiert.
  • Hochwald
    Wald der ausschließlich durch Pflanzung, Saat oder Naturverjüngung entstanden ist. Ziel des Hochwaldes ist es, die Produktion stärkeren Bauholzes, nicht Brennholz oder anderer Produkte wie im Nieder- oder Mittelwald.
  • Holz
    Dauergewebe der Holzgewächse. Holz besteht zu:
    -50% aus Kohlenstoff (C)
    -43% aus Sauerstoff (O)
    -ca.6% aus Wasserstoff (H)
    -bis 1% aus Stickstoff (N)
    und enthält Spurenelemente (Mineralien).
    Die chemische Zusammensetzung ist: 40-60% Zellulose, 20% Hemizellulose und 20-30% ->Lignin.
    Holz ist ein idealer Speicher atmosphärischem Kohlenstoffes (CO2).
  • Horst
    Teil eines Bestandes, der seiner Größe nach zwar noch zu den Kleinflächen gehört, aber schon ein gewisses Maß ökologischer und wirtschaftlicher Selbstständigkeit besitzt.
  • Humus
    Lat.: "Boden"; alle organische, tote Substanz im Boden, die tierischen und pflanzlichen Ursprungs ist. Der Humus befindet sich in einem Prozess des Um-, Ab- und Aufbaus, woran sich Zersetzer wie Bakterien, Pilze und Kleinstlebewesen beteiligen.
 
I
 
  • Integrierter Pflanzenschutz
    Anwendung mehrerer aufeinander abgestimmter Verfahren zur Schädlingsbekämpfung unter besonderer Berücksichtigung des Umwelschutzes, z.B. biologische (Vogelhege, Ameisenhege) und chemische (Lockstoffe, Hemmstoffe, Giftstoffe) Verfahren.

 

 
J

 
  • Jahrring
    Jährlicher Dickenzuwachs des Baumstammes. Die Bildung eines Ringes beginnt mit dem Frühholz (heller gefärbt, weitlumig für den Transport von Wasser) und wird im Lauf des Sommers durch das Spätholz (dunkler gefärbt, überwiegend Festigungsgewebe) beendet. Anhand von Jahrringen kann das Alter von Bäumen ausgezählt werden.
 
K

 
  • Kahlhieb
    Kahlschlag; Ausdruck für die vollständige Abholzung einer Bestandesfläche. In Deutschland gehören Kahlschläge nicht mehr zur geregelten Forstwirtschaft und sind abzulehnen.
  • Kalamität
    Großschaden. Waldvernichtung durch abiotische (z.B. Sturm, Waldbrand) oder biotische (z.B. Insekten, Pilze) Schadfaktoren.
  • Kambium
    Zylinderförmige Wachstumszellen unterhalb der Rinde. Sie sind teilungsfähig und verursachen das Dickenwachstum, das sich nach innen (bei Baumstämmen und Zweigen) als Holz (Bildung von ->Jahresringen), nach außen als ->Rinde ausbildet.
  • Komitativwirkungen
    sind Wirkungen des Waldes, die über die Ertragsfunktion hinausgehen. Der Begriff wurde 1969 von H.Thomasius geprägt, der darunter insbesondere Veränderungen von Landschaftshaushalt, Landschaftsentwicklung, sowie Lebens- und Bewußtseinsbildung beim Menschen (sowohl positiv als auch negativ) verstand. Damit wurde der bis dahin verwendete Begriff "Wohlfahrtswirkungen" erweitert.
  • Kultur
    Durch Saat oder Pflanzung künstlich begründeter junger Waldbestand.
  • Künstliche Verjüngung
    Begründung eines Bestandes durch Saat oder Pflanzung.
 
L

 
  • Läuterung
    Durchforstungseingriff im Dickungsalter
  • Lichtbaumart
    Baumart mit relativ großer Lichtbedürtigkeit, z.B Eiche, Kiefer, Lärche.
  • Lignin
    Bestandteil des Holzes, der in die Zellwände eingelagert wird, die Verholzung und somit die Druckfestigkeit des Gewebes bewirkt.
 
M

 
  • Maserwuchs
    Unregelmäßiges, z.T. beulenförmiges Wuchern von Stämmen und Ästen durch Störung des ->Kambiums. Kann von Pilzen, Viren und Bakterien oder Verletzungen sowie genetischen Veränderungen verursacht werden.
  • Mast
    Das Fruchten der Waldbäume; ursprünglich bei Buche und Eiche (früher wichtig beim Vieheintrieb).
  • Mischwald
    Wald aus mindestens zwei Baumarten.
  • Monokultur
    Der Anbau von nur einer Baumart auf großen Flächen.
  • Mykorrhiza
    Lebensgemeinschaft (= Symbiose zwischen bodenbewohnenden Pilzen und Feinwurzeln höherer Pflanzen, von denen beide Partner Nutzen ziehen. die meisten Laub- und Nadelbäume wachsen in derartigen Symbiosen. Der Name Mykorrhiza (Pilzwurzel) besagt, dass die oft reich verzweigten Saugwurzelenden von einem Fadengeflecht der Hutpilze (z. B. Pfifferling, Röhrling, Steinpilz) umsponnen sind. Der Pilz wird durch Inhaltsstoffe der Baumwurzeln in seiner Entwicklung gefördert, übernimmt die Funktion der Wurzelhaare und versorgt den baum mit Nährstoffen aus dem Waldhumus und Wasser, die Leistungsfähigkeit der Wurzel kann sich dadurch um mehr als das Hundertfache erhöhen.

 
N

 
  • Nachhaltigkeit
    Aus forstlicher Sicht versteht man unter Nachhaltigkeit, dass dem System Wald nicht mehr Bäume entnommen werden (Holz geerntet wird) als nachwachsen können und so der Waldbestand dauerhaft gesichert wird. Carl v. Carlowitz sprach erstmals 1713 von "nachhaltender Nutzung". Der Forstmann Georg Ludwig Hartig definierte den Begriff "Nachhaltigkeit" als Grundsatz forstlichen Handelns. Ursache dieser Erkenntnis waren vor allen Dingen wirtschaftliche Gesichtspunkte, da zu dieser Zeit die Wälder in Deutschland übernutzt und ausgeplündert waren.
    In: Hartig, Georg Ludwig Anweisung zur Taxation der Forsten, Gießen (1795) heißt es: "Es läßt sich keine dauerhafte Forstwirtschaft denken und erwarten, wenn die Holzabgabe aus den Wäldern nicht auf Nachhaltigkeit berechnet ist. Jede weise Forstdirektion muß daher ihre Waldungen ... so zu benutzen suchen, daß die Nachkommenschaft wenigstens ebenso viel Vorteil daraus ziehen kann, als sich die jetzt lebende Generation zueignet."
    Siehe auch Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung: www.gl-hartig.de

    Seit Mitte des 20. Jahrhunderts bezieht sich der Begriff Nachhaltigkeit nicht nur auf die Holzerträge aus dem Wald, sondern auch auf Wildbestandsregulierung, die Erhaltung der Bodenkraft und die Waldfläche. Nachhaltigkeit schließt somit auch die landeskulturellen und ökologischen Leistungen von Waldökosystemen mit ein. Ganz wesentlich sind hier auch die Wohlfahrtswirkungen des Waldes zu verstehen. 1993 hat die Forstministerkonferenz in Helsinki die Grundsätze einer vorrangig ökologischen Nachhaltigkeit definiert: "Waldökosysteme sollen in der Art und Weise gepflegt und genutzt werden, dass sie als funktionsfähige Ökosysteme bestehen bleiben, insbesondere sollen folgende Eigenschaften jetzt und in Zukunft erhalten oder verbessert werden.
    -Produktivität und CO2-Bindungsvermögen, -Vitalität, -Stabilität, -Resistenz..., -Biodiversität, -Bodenfruchtbarkeit..."
    Heutzutage wird Nachhaltigkeit oft mit "sustainable development" (Nachhaltige Entwicklung) übersetzt und soll menschliches Handeln im weitesten Sinne umfassen. Nach der Definition der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, dem Brundtland-Report von 1987, gilt: "Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, welche die heutigen Bedürfnisse zu decken vermag, ohne die Möglichkeit künftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken."
    Leider wird der Begriff Nachhaltigkeit seit geraumer Zeit sehr inflationär verwendet und ist zu einer Art Modewort degeneriert. "Jeder Entscheidungsträger, der sein Handeln positiv begründen will, beruft sich auf die Nachhaltigkeit seines Verhaltens".
    Auch wenn die Nachhaltigkeit in zahlreichen internationalen Übereinkommen als wesentliche Grundlage angesehen wird, so muß man doch sagen, dass sich die Menschen heute überwiegend nicht an dieser Grundlage orientieren und zukünftige Generationen an den Folgen unseres Handelns zu leiden haben werden (Klima, Atom, Lebensraumzerstörung).
  • Naturverjüngung
    Begründung eines Bestandes durch Selbstansamung oder vegetativer Vermehrung (z.B. ->Stockausschlag, ->Wurzelbrut) des Altbestandes. Wird im Forstbetrieb gezielt vor der Nutzung des Altbestandes eingeleitet.
  • Nekrose
    Lokaler Zell- oder Gewebetod als Folge einer Wirkung von Krankheitserregern, Giften oder physikalische Faktoren
  • Niederwald
    Waldbestand, bei dem die Bestandesbegründung durch Stockausschlag oder Wurzelbrut (Stockausschlagwald) erfolgt; frühere Waldbewirtschaftungsform zur Gerbstoffgewinnung oder Brennholzerzeugung.
 
O

 
  • Ökologie
    Der Begriff kommt aus dem Griechischen und heißt "Haushaltskunde" (ökus - das Haus). Nach der modernen Definition hat die Ökologie die Hauptaufgabe, die Ursachen von Verbreiterung, Häufigkeit und Dichte der Organismen und ihre Wechselbeziehung untereinander zu erforschen und ist streng gesehen eine Grundlagenwissenschaft , die nur erklärt, warum was existiert oder geschieht, jedochkeine Problemlösung schafft. Erst Entwicklungen der letzten Zeit haben sie aus dem stillen Garten der Theorie verdrängt und auchzur angewandten Wissenschaft werden lassen.
    Deshalb kann man sie heute ach als "Umweltbiologie" betrachten die ganze Umweltsysteme erforscht. So ist die Ökologie heute eine große, fachübergreifende Forschungseinrichtung, in der biologische physikalische und Sozial-Wissenschaften untereinander verknüpft sind.
  • Ökosystem
    Wirkungsgefüge zwischen Lebewesen untereinander und zwischen Lebewesen und ihrer unbelebten Umwelt.
  • Ozon
    Sauerstoffmolekül aus drei Sauerstoffatomen (O3). Es bilden sich aus normalem Sauerstoff, Stickoxiden oder Kohlenwasserstoffen bei Einwirkung von z.B. energiereichen (ultraviolettem) Licht (z.B. Sonnenstrahl) oder von elektrichen Ladungen. Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel und zerstört viele organische Verbindungen. In größerer Konzentration ist es giftig.
 
P

 
  • Photooxidantien
    Photooxidantien sind pflanzengiftige Gase, die unter einwirkung von licht aus Sickoxiden und Kohlenwasserstoffen entstehen.
  • ph-Wert
    Der pH-Wert zeigt an, welchen Säuregrad der Boden hat (Konzentration der freien Wasserstoffionen, H+ in einer Flüssigkeit, die deren Azidität (Säuregrad) bzw. Basizität (Laugenkonzentration) bestimmt).
    Der Neutralpunkt liegt bei 7. Der pH-Wert wird als negativer dekadischer Logarithmus angegeben, d. h.: ein Absinken um einen pH-Wert zeigt an , dass die Flüssigkeit um ein Zehnfaches saurer geworden ist. Der durchschnittliche Säuregehalt des Regenwassers mit pH 4 ist also tausendmal saurer als neutrales Wasser.
  • Plenterwald
    Wirtschaftsform des ->Hochwaldes mit Bäumen verschiedener Baumarten (vor allem Buche, Fichte, Tanne) aller Altersstufen auf kleinster Fläche nebeneinander. Bis auf wenige Pflegemaßnahmen wird nur starkes Holz genutzt.
  • Pionierbaumarten
    Meist anspruchslose, frostharte und in der Jugend raschwüchsige Bäume, die als erste Freiflächen (Rohböden) besiegen, z.B. Weide, Birke, Kiefer.
  • Pollen
    Blütenstaub; alle Pollenkörner (männliche Geschlechtszellen), die sich im Staubbeutel befinden. Der Pollen ist so leicht, daß er mit dem Wind über viele hundert Kilometer transportiert werden kann.
 
Q  

 

 
R

 
  • Raummeter
    Kubikmeter aufgesetztes Schichtholz (mit Zwischenräumen), meist Brennholz.
  • Reisig
    Zweige mit Rinde bis zu einem Durchmesser von 7 cm. Reisig findet hauptsächlich als Brennholz (-->Brennreisig), aber auch als Nutzreisig (-->Zier- und Deckreisig) Verwendung.
  • Rinde
    Umgibt den Stamm, die Zweige und Wurzeln eines Baumes. Sie besteht aus dem Bastteil und der nach außen abschließenden und schützenden ->Borke.
  • Rücken
    Transport des gefällten Baumes vom Fällort zum Abfuhrweg mit Forstmaschinen oder Pferden (früher auch mit Ochsen; in Indien mit Elefanten)
 
S

 
  • Saurer Regen (Nasse Disposition)
    Aus Schwefeloxid und Stickoxid entstehen mit dem Wasserdampf der Luft Schwefel- und Salpetersäure. Der biologische Neutralpunkt des Regenwassers liegt durch den Gehalt an Kohlensäure mit pH 5,6 unter dem chemischen Neutralpunkt ph 7. der mittlere ph-wert des Niederschlagswassers in der BRD liegt demgegenüber bereits bei 4,1.
    Der weltweite sauerste Regen fiel in den Vereinigten Staaten (pH 1,9). Das ist weit saurer als Essig. Im Bayerschem Wald liegt der Rekord bei 3,3; 130 mal saurer als normaler Regen.
  • Schälschaden
    Rindenwundung durch Wild.
  • Schichtung
    Schichtholz ist Holz , dessen Masse in Raummeter angegeben wird. Länge der aufgesetzten Teile i. d. R. 1-2 (3) m.
  • Schutzwald
    Wald, der durch die Art seiner Bestockung und Bewirtschaftung Schäden (->Erosionen, Lawinen, Hochwasser, Klima, Sicht und Lärm) verhüten soll und durch das Forstgesetz (§22 Hessisches Forstgesetz) besonders geschützt ist.
  • Stacheln
    Ausstülpungen der obersten Zellschicht der Sprossachse. Keine Verbindung zum Leitsystem.
  • Stockausschlag
    Entsteht dadurch, dass "schlafende" Knospen am Stumpf eines gefällten Baumes austreiben (meist an Hasel und Hainbuche).
  • Syergistische Wirkungen
    Zusammenwirken von Stoffen oder Faktoren, bei denen sich die Einzelkomponenten gegenseitig fördern, sodass die Gesamtwirkung größer ist als die Summe der Einzelwirkungen.
 
T

 
  • TA - Luft
    Erste allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundesimmissionsschutzgesetz (Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft). Die TA - Luft gibt Definitionen, legt die Genehmigungsverfahren fes, setzt Grenzwerte der zulässigen Emissionen und immissionen fest und bestimmt die Meßverfahren, Meßstellendichte und Meßhäufigkeit sowie Schornsteinhühen und die laufende Überwachung.
  • Trauf
    Waldmantel bzw. -saum, der den Wald vor Sturmschäden schützt; von hohem ökologischen Wert. Die Äste reichen bis fast zum Boden herab, meist an Wegen oder an Übergängen von Wald zur Feldflur.
 
U

 
  • Umtriebszeit
    Umtriebszeit ist das durchscnittliche Erntealter hiebsreifer Bestände innerhal eines Forstbetriebes. Die UTZ wird von den Fordteinrichtungen festgelegt, bzw. errechnet. Sie unterscheidet sich bei den einzelnen Baumarten.
 
V

 
  • Verjüngung
    ist die natürliche oder künstliche Begründung eines Bestandes.
  • Verbiss
    Das Abfressen von Knospen, jungen Pflanzentrieben und Blättern durch Tiere (meist Wildtiere wie Reh, Rotwild und Hase, selten Eichhörnchen).
 
W

 
  • Wald
    Pflanzengesellschaft, deren kennzeichnendes Merkmal gegenüber anderen Gesellschaften - wie Wiese, Steppe - die zu einer Gemeinschaft vereinigten Bäume sind. Ferner gehört zu dem Begriff Wald , dass diese Baumgesellschaft mindestens eine Fläche von der Größe eines Bestandes einnimmt und ihr ökologischer Einfluß auf diese Fläche die Einflüsse anderer umliegender Pflanzengemeinschaften überwiegt. Bei Baumgesellschaften, die diese Kriterien nicht aufweisen, insbesondere solchen kleineren Ausmaßes, sowie in der offenen Landschaft, sprechen wir von Gehölzen", "Hainen".
  • Waldbau
    Die planmäßige Bewirtschaftung des Waldes, insbesondere die Maßnahmen der Pflanzenanzucht, der Walderneuerung, der Bestandeserziehung und -pflege sowie der Bbodenverbesserung in der forstlichen Praxis.
  • Waldfunktionen
    Der Wald liefert zahlreiche Leistungen und Funktionen, die dem Menschen dienen und seiner Umwelt nutzen. Zu diesem Bewußtsein ist man insbesondere in den letzten Jahrzehnten aufgrund zunehmender Nutzung, schwindener Ressourcen und erhöhter Umweltbelastungen gelangt. Diese Waldfunktionen werden unter Schutzfunktionen (Boden, Lawinen, Wasser, Klima, Immissionen, Lärm, Sicht etc.), Nutzfunktionen/Ertragsfunktionen, Erholungsfunktion und sonstiger Funktionen (im Denkmal-, Landschafts-, Naturschutz sowie für Forschung und Lehrzwecke) des Waldes zusammengefasst.
  • Waldsterben
    Bezeichnung für eine komplexe erkrankung , die seit einigen Jahren in den mitteleuropäischen Wäldern beobachtet wird. Für die Ursachen gibt es verschiedene Erklärungen, jedoch ist inzwischen unbestritten, dass der Luftverschmutzung und dem "Sauren Regen" die Hauptschuld zukommt. Örtliche Baumsterben, insbesondere der gegen Rauchschäden besonders empfindlichen Nadelbäume sind unter dem einfluß naher Großemitenten seit Beginn der Industrialisierung bekannt.
    Das Waldsterben wurde großflächig zum Problem, seit mit dem Bau der hohen Schornsteine zu Beginn der 70er Jahre die Schadstoffe auch in abgelegene Waldgebiete verfrachtet wurden ("Hochschornsteinpolitik"). Am schwersten betroffen sind die Kamm- und Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge, insbesondere Schwarzwald, Fichtelgebierge, Oberpfälzer Wald, Bayerischer Wald.
    Gegenmaßnahmen im wald wie Kalkung gegen Bodenversauerung und düngung mit Magnesia und Kali zum ersatz ausgewaschener Nährstoffe können den Schaden manchmal vorübergehend mildern, jedoch nicht beseitigen.
    Als Gegenmaßnahme gegen das Waldsterben ist eine Drastische Einschränkung der Luftverschmutzung (Rauchgasentschwefelung Verwendung bleifreien Benzins und Einbau von Katalysatoren in Autos, Energieeinsparung und verbesserte Aussnutzung der Energie) unumgänglich.
  • Waldverteilung, Waldbesitzarten
    In Deutschland gibt es 10,7 Millionen ha Wald. Dieser macht somit etwa 1/3 der Fläche des Bundesgebietes aus und unterteilt sich in Staatswald, Köperschaftswald (Kommunen, Kirchen) und in Privatwald. 34% der Waldfläche gehören den größten Waldbesitzern, den staatlichen Forstverwaltungen, die sozusagen den Wald der Bürger bewirtschaften. 20% sind im Besitz der Kommunen und fast die Hälfte des Waldes in Deutschland- 46%, gehört ca. 1,3 Millionen Privatpersonen.

    Anteil des Waldes in den Bundesländer (in Prozent)
    Baden-Würtemberg ->38
    Bayern -> 36
    Berlin -> 18
    Brandenburg -> 34
    Bremen -> 0
    Hamburg -> 5
    Hessen -> 41
    Mecklenburg-Vorpommern -> 23
    Niedersachsen -> 23
    Nordrhein-Westfalen -> 26
    Rheinland-Pfalz -> 41
    Saarland -> 35
    Sachsen -> 27
    Sachsen-Anhalt -> 21
    Schleswig-Holstein -> 10
    Thüringen -> 32
    Deutschland insgesamt -> 30
  • Wildschäden
    Durch Wildarten hervorgerufene Schäden in der Land- und Forstwirtschaft. Schäden durch Schalenwild, Wildkaninchen oder Fasanen müssen in gemeinschaftlichen Jagdbezirken durch die Jagdgenossenschaft ersetzt werden. Hauptschaden im Forst ist Rindenschäle und Verbiss im Jungwuchs und in Kulturen.
  • Wohlfahrtswirkung
    Seit Anfang des 20. Jahrhunderts (Endres, 1905) verwendeter Begriff für Waldfunktionen, die direkt oder indirekt auf das Wohlbefinden des Menschen positiv einwirken. Der Begriff Wohlfahrtswirkung wird 1969 von dem Begriff "Komitativwirkungen" (H.Thomasius) abgelöst.
  • Wurzelbrut
    Vegetative (ungeschlechtliche) Vermehrung, bei der oberflächlich streichende Seitenwurzeln ausschlagen.
 
X
 

 

 
Y
 

 

 
Z
 
  • Zopf
    Oberster Stammteil im Kronenbereich.
    Beim Aufarbeiten des gefällten Baumes wird der Stammteil von der restlichen Baumkrone abgetrennt, meist beträgt der Stammdurchmesser (Zopfdurchmesser) an dieser Stelle ca. 7-10 cm (mit Rinde)
  • Zweihäusig
    Männliche und weibliche Blüten wachsen auf verschiedenen Bäumen, z.B. Weide und Pappel.

 

 
Quellen: Was wächst in unserem Wald?, Broschüre der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald - Landesverband NRW; Erlbeck, Haseder, Stinglwagner - kleines Wald- ABC Begriffserklärung, Schriftreihe WALD UND UMWELT der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald; Jürgen Frohn - Das KOSMOS Wald und Forst Lexikon; Schütt, Schuck, Stimm - Lexikon der Baum- und Straucharten, NIKOL Verlagsgesellschaft - BMVEL